POST AUS DÜSSELDORF. Die Karten.

Ehrliche Ansichten. Andere Ansichten.


Postkarten, die auf eine TYPISCHE, EHRLICHE und UNVERSTELLTE Art Situationen aus dem Düsseldorfer Stadtbild wiedergeben. Keine Rheinbrücken bei Sonnenuntergang, keine retuschierten Aufnahmen aus Altstadt oder Medienhafen - ehrliche Ansichten, andere Ansichten! Die Auswahl von bislang 12 Motiven wird nach und nach erweitert.

Und für Unentschlossene gibt's gleich alle Motive auf einmal: 12 Motive in einem Set. Geschenkfertig.

Auf allen Karten-Rückseiten finden sich zudem sorgfältig recherchierte Insider-Infortmationen, die selbst gebürtige Düsseldorfer nicht immer im Schlaf abrufen können.



DIE MOTIVE:


WORRINGER PLATZ



"Unsere Stadt soll schöner werden", dachten sich die Verantwortlichen im Rathaus und verordneten dem WORRINGER PLATZ 2004 einen Umbau der anderen Art: statt vielerorts üblicher Grünbepflanzungen sorgen nun grüne Glasbausteine für ein natürliches Ambiente in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dennoch: die Drogenszene hält sich hier nach wie vor hartknäckig und wird lediglich gestört durch regelmäßige Besuche der Stadtreinigung – wöchentlich 12mal rückt das Personal hier an.


FORTUNA




Längst ist FORTUNA DÜSSELDORF erwachsen – aber immer noch muss der Deutsche Meister von 1933 um seinen Anhang kämpfen. Daran ändern auch kurzfristige Erfolge nichts: nach dem Europapokalfinale 1979 in Basel mit einem dramatischen 3:4 gegen den FC Barcelona (nach Verlängerung) verirrten sich samstags gegen Bielefeld (3:2) gerade einmal 16.000 Zuschauer ins Rheinstadion. Aber der harte Kern bleibt: die aktuell 38 Fanclubs stünden auch manchem Erstligisten gut zu Gesicht.


ALTBIER



Die Bezeichnung ALTBIER rührt bekanntlich nicht daher, dass diese Düsseldorfer Spezialität besonders schnell schal schmeckt – sondern weil es sich hier um ALThergebrachte Braukunst handelt. Im Gegenteil: vielmehr hält sich das Bier in den typisch zylindrischen Gläsern länger kühl und frisch. Länger vor allem, als beispielsweise in Kölschstangen...


RADSCHLÄGER



Es gibt viele Überlieferungen zum Ursprung der Düsseldorfer RADSCHLÄGER, eine davon liest sich wie folgt: als 1585 Johann Wilhelm von Berg seine Auserwählte zur Trauung erwartete, herrschte nach zwei bereits geplatzten Terminen allenthalben Unsicherheit. Als Jakobe von Baden dann aber endlich die Tore der Stadt erreichte, improvisierten die Schaulustigen aufs Äußerste und rangen der zunächst noch eher unglücklichen Braut mit allerlei akrobatischen Einlagen ein zartes Lächeln ab.


STRESEMANNPLATZ



Beim Wort nahm die Landschaftsarchitektin Tita Giese die Formulierung «Verkehrsinsel»  mit ihrer Arbeit am STRESEMANNPLATZ: 67 Yucca-Palmen zieren seit 2007 den Verkehrsknotenpunkt am Hauptbahnhof, umrahmt von gestapelten Autoreifen.  Die Pflanzen werden weder gegossen, noch gedüngt – und selbst die Abgase stellen kein Problem dar für die Gewächse aus Mittelamerika.


ALTSTADT



JUNGGESELLENABSCHIEDE prägen an Wochenenden das Bild der Altstadt – einer englischen Traditionnach sollte dieser Abend jedoch beim Vater des Bräutigams abgehalten werden (von JunggesellINNENwar damals noch nicht die Rede). Auf der Tagesordnungseinerzeit standen die ehelichen Pflichten und die Bedeutung dieses Bündnisses. Getrunken wurde aber auch damals reichlich: Whisky.


GOLFPLATZ



Auch wenn der GOLFPLATZ an der Lausward mit seinen 9 Löchern 1978 unter dem Motto «Golf für alle» eröffnet wurde: nicht jeder hat auf dem Gelände am Rhein ohne weiteres Zugang. Während nämlich «Erdgänge grabende Tiere» wie Kaninchen oder Maulwürfe geduldet sind – ein in deren Bau verfangener Ball darf straflos an anderer Stelle positioniert werden – so unterliegen die Buddeleien von Hunden nach den internationalen Golfregeln keiner Ausnahme.


KIEFERNSTRASSE



KIEFERN bleibt! Zum Inbegriff der Hausbesetzerszene wurde 1981 die Kiefernstraße,die «Aktion Wohnungsnot» machte sich seinerzeit kurzerhand 40 leer stehende Wohnungenzu eigen. Und die Initiative hatte nach langem Ringen Erfolg: sechs Jahre später vergabdie Stadt Mietverträge an die Besetzer – und dies bei einem Mietpreis von 1,10 Euro pro Quadratmeter.


AACHENER PLATZ



1976 an der Philipshalle eröffnet, ist der Flohmarkt am AACHENER PLATZ seit 1980 eine verlässliche Institution – die zudem den Einkauf in der City überflüssig macht. Denn seitdem vermehrt professionelle Händler den Platz in Bilk besiedeln, lassen sich dort jeden Samstag neben dem flohmarktüblichen Bestand auch Kaffee, Duschgel oder Socken finden.


LOHAUSEN



Die Menschen in LOHAUSEN halten einiges aus: rund 300 Flugzeuge (in den Sommerferien sogar bis zu 350) überqueren täglich den Stadtteil im Norden Düsseldorfs – und dies ab 6 Uhr morgens! Doch die beachtliche Lautstärke durch den angrenzenden Flughafen scheint hier so sehr niemanden zu beeindrucken, die Einwohnerzahl in Lohausen ist seit 2001 sogar noch angestiegen.


KNÖLLCHEN



Vor allem das Parken in zweiter Reihe ist in Düsseldorf enorm ausgeprägt. Doch Not macht erfinderisch – um die damit verbundenen Verkehrsbehinderungen zu sühnen, unterhält das Ordnungsamt eineMotorroller-Staffel mit 24 Fahrzeugen. Und der Aufwand lohnt sich: 2007 wurden 458.886 KNÖLLCHEN ausgestellt.


FAHRRÄDER



Auf beinahe jeden Düsseldorfer kommt derzeit ein FAHRRAD, da lohnt sich denn auch die Erweiterung der Radwege auf rund 500 Kilometer Gesamtlänge. Einzig der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ist noch nicht ganz zufrieden damit – unter anderem fordert der ADFC «die konsequente Bevorzugung von Fußgängern und Radfahrern in Wohngebieten.»